Am 24. März haben wir unseren ersten Users‘ Club veranstaltet, ein Business Breakfast in Genf für eine kleine Gruppe von Mitgliedern unserer Community aus der Vermögensverwaltung. Das Format war bewusst gewählt. Statt der üblichen Podiumsdiskussion haben wir Fachleute zusammengebracht, die täglich mit denselben Herausforderungen arbeiten. Wir wollten, dass sie sich vernetzen und austauschen — und genau das ist passiert.
Das Programm des Morgens
Die Diskussion wurde von Laetitia Oguey, Leiterin Marketing & Kommunikation bei MFM Mirante Fund Management, und Pierre-Alexandre Rousselot, CEO von Performance Watcher, geleitet. Gemeinsam führten sie die Gruppe durch verschiedene Aspekte der Kundenkommunikation: den Umgang mit dem regulierten Umfeld, die Erklärung von Portfolio-Performance gegenüber Kunden mit sehr unterschiedlichem Finanzwissen und die Transparenz, mit der diese Geschichte erzählt wird. Die Diskussion wurde zu einem praktischen Leitfaden: Wie passt man seine Botschaft an? Welche Standards gelten? Und wann ist Einfachheit wirkungsvoller als Detailtiefe?
Wir haben auch über Markenvertrauen gesprochen und was es konkret bedeutet, wenn die Märkte schwierig werden. Berater, die turbulente Phasen mit dem Vertrauen ihrer Kunden unbeschadet überstehen, sind jene, die diese Beziehung aufgebaut haben, lange bevor eine Krise eintrat. Im Private Banking ist konsequente, ehrliche Kommunikation die Voraussetzung dafür. Sie entsteht nicht über Nacht.
”Vertrauen entsteht vor dem Sturm, nicht während ihm.
Wer Sie sind — und ob Ihre Kunden das wissen
In der Vermögensverwaltung ist KYC (Know Your Customer) selbstverständlich. Sie sammeln umfangreiche Informationen über Ihre Kunden: ihre finanzielle Situation, ihre Risikobereitschaft, ihre Ziele. Aber das Umgekehrte gilt selten. Ihre Kunden wissen oft wenig über Sie, Ihr Team, Ihre Arbeitsweise oder das, was Sie antreibt. Laetitia hat diesen Punkt während der Session direkt angesprochen, und er hat im Raum Widerhall gefunden. Wenn Sie möchten, dass Ihre Kunden Ihnen vertrauen, müssen sie wissen, wem sie vertrauen. Das bedeutet, über Ihr Unternehmen zu kommunizieren, über Ihre Werte, über die Menschen hinter der Arbeit. Nicht als Marketingübung, sondern als natürliche Fortsetzung der Beziehung, die Sie aufbauen.
Laetitia nannte ein konkretes Beispiel. MFM hat einen Mitarbeiter, der jeden Tag mit dem Fahrrad von Genf nach Lausanne pendelt — hin und zurück. Auf jeder Fahrt erfasst er seine Vitalwerte, seine Geschwindigkeit, seine Daten. Er kommt zur Arbeit mit dem genauen Wissen, was die Strecke ihn gekostet hat und worauf er sich beim nächsten Mal verlassen kann. Als MFM beschloss, aus einem menschlicheren Blickwinkel zu kommunizieren, nutzten sie ihn als Ausgangspunkt: eine Geschichte über jemanden, für den Daten nicht abstrakt sind, sondern die Art, wie er sich durch die Welt bewegt. So spricht das Unternehmen heute über sich: durch echte Menschen und ihre Gewohnheiten, durch echte Parallelen zwischen der Denkweise ihres Teams und dem, was sie für ihre Kunden tun.
Der regulatorische Rahmen — und warum er kein Hindernis ist
Der regulatorische Rahmen war ein weiterer Aspekt, den die Referenten angesprochen haben. Die FINMA und andere Regulatoren überwachen heute aktiv die Websites und Social-Media-Aktivitäten von Vermögensverwaltern. Das verändert, was in der Kundenkommunikation möglich ist — und was nicht. Bestimmte Formulierungen sind eingeschränkt, Performance-Versprechen sind ausgeschlossen, und jede öffentliche Botschaft erfordert ein hohes Mass an Sorgfalt.
Doch der Raum hat die Regulierung nicht als Mauer erlebt. Der Zwang zur Einschränkung erzwingt Klarheit. Wenn man nicht zu viel versprechen kann, kommuniziert man das, wofür man wirklich steht: den eigenen Prozess, die eigenen Werte, die eigene Bilanz eines ehrlichen Reportings. Mehrere Teilnehmer merkten an, dass sie ihre Kommunikation während der aktuellen Marktturbulenzen nicht verändert haben. Nicht weil sie sich dessen nicht bewusst waren, sondern weil sie seit Jahren das Vertrauen ihrer Kunden aufgebaut hatten. Dieses Fundament muss nicht bei jeder Veränderung der Marktbedingungen neu errichtet werden.
Was aus dem Gespräch entstand
Die Diskussion blieb nicht auf der Agenda. Sie entwickelte sich hin zu aktuellen Marktbedingungen und dem Druck des täglichen Reportings. Fachleute aus verschiedenen Finanzinstitutionen haben sich vernetzt, Ideen und Kontakte ausgetauscht. Gemeinsam haben wir sogar begonnen, über das Thema des nächsten Events nachzudenken.
Mitglieder unserer Community haben uns auch direktes Feedback zu Performance Watcher gegeben: was sie im Wealthtech-Kontext schätzen, wo sie Verbesserungspotenzial sehen, wie sie die Plattform im Alltag nutzen. Wir haben zugehört. Sehr aufmerksam.
Mehr folgt
Das war der erste Users‘ Club. Es werden weitere folgen. Wir freuen uns bereits auf das nächste Treffen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns in Genf begleitet haben. Um über künftige Veranstaltungen informiert zu bleiben, folgen Sie den Neuigkeiten auf unserer Community-Seite.













